Wie wird Crypto-Lending in Luxemburg versteuert?

Crypto Currency

Wie wird Crypto-Lending in Luxemburg versteuert?

Was ist Crypto-Lending?

Beim Crypto-Lending handelt es sich um einen Leihvorgang, bei dem Kryptowährungen (Crypto Currency) verliehen werden. Dieses Leihgeschäft wird meist über spezielle Lendingplattformen von DeFi Projekten abgewickelt. Letztlich handelt es sich dabei um nichts anderes als um ein cryptobasiertes Darlehen.

Auf der entsprechenden Plattform werden der Darlehensgeber, d.h. derjenige, der die Kryptowährung verleiht, und der Darlehensnehmer, also derjenige, der die Kryptowährung leihen möchte, zusammengebracht.

Wie werden Zinserträge aus dem Crypto-Lending in Luxemburg besteuert?

Handelt es sich bei den durch Crypto-Lending erhaltenen Zinserträgen um Einkünfte aus sonstigen Leistungen gem. Artikel 99 Luxemburgisches Einkommensteuergesetz (LEStG), so gilt eine Freigrenze von 500 Euro im Steuerjahr Artikel 99bis (2) LEStG). Beträge darüber werden mit dem perönlichen Einkommensteuersatz bis zu 42 % (Spitzensteuersatz) versteuert. Außerdem wäre die spätere Veräußerung gem. Artikel 99 LEStG der durch das Lending erlangten Kryptowährung (Crypto currency)  mangels Anschaffungsvorgangs nicht steuerbar.

Sowohl in Luxemburg als auch in Deutschland ist die Besteuerung der durch das Crypto-Lending erhaltenen Zinsen jedoch nicht abschließend geklärt. Zum einem wird diskutiert, ob es sich dabei um Kapitaleinkünfte gem. Artikel 97 LEStG bzw. § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG handelt, da es sich bei der Hingabe der Cryptowährung (Crypto currency) um ein klassisches, verzinsliches Darlehen handelt. Anderseits wird von Finanzämtern immer wieder angenommen, dass es sich bei den erzielten Zinserträgen durch Lending um Einkünfte aus sonstigen Leistungen gem. Artikel 99 LEStG bzw. § 22 Nr. 3 EStG handelt.

Die erhaltene Kryptowährung (Crypto currency) in Form von Zinsen ist im Zeitpunkt des Zuflusses zu bewerten. Es handele sich deshalb nicht um Kapitaleinkünfte, da die Hingabe der Kryptowährung (Crypto currency) gerade keine Hingabe von Kapital, sondern vielmehr eine Sachleistung darstelle. Begründet wird dies damit, dass sich eine Kapitalforderung auf eine Geldleistung beziehen muss, nicht aber auf eine Sachleistung, wie es bei Kryptowährungen (Crypto currency) der Fall ist.

Wie funktioniert Lending?

Beim Lending überlässt der Darlehensgeber anderen Nutzern der jeweiligen Plattform einen Teil seiner Kryptowährung (Crypto currency) für eine begrenzte Zeit zur Nutzung. Im Gegenzug erhält der Darlehensgeber Zinsen in der hingegebenen oder einer anderen Kryptowährung Crypto currency), oft auch in Stablecoins. Deren Höhe orientiert sich an einem vorher festgelegten Prozentwert, welcher wiederum von der Anzahl der zur Verfügung gestellten Kryptowährung (Crypto currency) abhängig ist.

Im Vorfeld vereinbart werden dabei

  • die Höhe der Zinsen,
  • die Anzahl der Coins, die verliehen werden sollen sowie
  • die Dauer der Nutzungsüberlassung.

Nach Ablauf der vereinbarten Zeitspanne erhält der Darlehensgeber seine verliehene Kryptowährung (Crypto currency) einschließlich der Zinsen zurück.

Was wird beim Lending als Sicherheit hinterlegt?

Plattformnutzer bzw. Darlehensnehmer müssen beim Lending lediglich eine Kryptowährung (Crypto currency ) als Sicherheit hinterlegen. Welche Kryptowährung (Crypto currency) der Darlehensnehmer als Sicherheit hinterlegen kann, hängt von der jeweiligen Plattform ab.

Keine Verlängerung der Haltefrist beim Lending

Kontrovers diskutiert wird auch, ob der Verleih einer Kryptowährung (Crypto currency) zu einer Verlängerung der Haltefrist nach Artikel 99bis LEStG führt. Eine Verlängerung der Haltefrist tritt danach nur dann ein, wenn ein Wirtschaftsgut

  • als Einkunftsquelle genutzt wird und
  • damit Einkünfte erzielt werden.

Unter Nutzung als Einkunftsquelle ist zu verstehen, dass die betroffenen Wirtschaftsgüter eine eigenständige Erwerbsgrundlage bilden. Maßgeblich ist also die Frage, ob mit der Kryptowährung (Crypto currency) Einkünften erzielt werden.

Beim Lending werden jedoch in der Regel keine Einkünfte aus dem Wirtschaftsgut (der Kryptowährung (Crypto currency), sondern aus dem Verleihgeschäft erzielt (als Ertrag aus der Kapitalforderung). Weil in diesen Fällen kein Missbrauch vorliegt, kann es aus unserer Sicht bei der Haltefrist von einem halben Jahr bleiben. Leider hat sich das luxemburgische Finanzamt noch nicht konkret über diesen Sachverhalt geäußert. In Deutschland hat das Bayrische Landesamt für Steuern bestätigt, dass die erhaltenen Zinsen nicht Ausfluss des „anderen Wirtschaftsgutes Fremdwährungsguthaben“, sondern vielmehr Ausfluss der eigentlichen Kapitalforderungen sind.

Welche steuerliche Meinung Sie auch immer vertreten, wir von jinfa.tax empfehlen immer unseren Mandanten Sachverhalte wie Lending transparent und vollumfänglich bei der Steuererklärung offen zu legen, damit das Finanzamt in Luxemburg keine Steuerhinterziehung annehmen kann. Wir betreuen und unterstützen Sie bei Ihrer Steuererklärung und bei der transparenten Darstellung Ihrer Lending Sachverhalte um unnötige Streitfälle mit dem Finanzamt in Luxemburg im Vorfeld zu vermeiden.

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