Wie werden Airdrops in Luxemburg versteuert?

Wie werden Airdrops in Luxemburg versteuert?

Was bedeutet Airdrop im Allgemeinen?

Der Begriff „Airdrop“ stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „Abwurf aus der Luft“. Es geht dabei letztendlich einfach nur darum, dass bestimmte Tokens (Coins) gratis verteilt werden. Dabei erhält ein Inhaber einer Kryptowährung (Crypto currency) weitere Einheiten einer Kryptowährung (Crypto currency) ohne eigenes Zutun. Er muss also nicht für die durch einen Airdrop erhaltene Kryptowährung  (Crypto currency) bezahlen. Oft wird ein Bezugscoin und ein Bezugsverhältnis (wie z.B. 1:1) zu einem bestimmten Snapshot Zeitpunkt für die Verteilung der erhaltenen Coins (Crypto currency) zu Grunde gelegt.

Eines der bekanntesten und zugleich auch angeblich eines der größten Airdropprogramme stellte der in 2018 erfolgte Airdrop des Stellar Lumen Token (XLM) dar. Aktuell soll in Februar 2021 der Airdrop der NEM Foundation (NEM Airdrop) für die neue Blockchain Symbol (XYM) der NEM Group erfolgen.

Technische Voraussetzungen für den Erhalt von Airdrops

Um Airdrops überhaupt erhalten zu können, benötigt man eine geeignete Wallet, die in der Lage sein sollte, möglichst viele verschiedene Kryptowährungen (Crypto currency) empfangen zu können. Als besonders praktikabel erweisen sich Wallets, die auf Grundlage der Ethereum-Blockchain funktionieren, denn hinter vielen Airdrops stehen ERC-20-Token auf Basis eben dieser Blockchain. So kann zum Beispiel eine Gutschrift von Kryptowährungen (Crypto currency) auf die Wallet erfolgen, auf welcher der Begünstigte eine bestimmte Menge der Kryptowährung (Crypto currency) Ether (ETH) hält.

Ebenso ist es möglich, Zugriff auf eine neue Kryptowährung (Crypto currency)zu bekommen, indem man nachweist, dass man auf einer anderen Blockchain eine bestimmte Menge Kryptowährung (Crypto currency) z.B. Bitcoin hält. Die per Airdrop ausgegebenen Kryptowährungen (Crypto currency) entstehen dabei entweder direkt in der Wallet des Empfängers oder werden aus einem Pool des Emittenten auf die Empfängerwallet übertragen.

Warum werden Airdrops verschenkt?

Die Gründe für das Verschenken von Kryptowährungen (Crypto currency) sind vielfältig. Oftmals geht es darum, auf eine neue Kryptowährung (Crypto currency) aufmerksam zu machen also aus Marketinggründen. So nutzen z.B. viele Startups Airdrops, um ihre Kryptowährung (Crypto currency) bekannter zu machen. Auch Kryptobörsen (Exchange) wie z.B. Binance nutzen Airdrops, um Kunden für ihre Loyalität zu belohnen. Dabei handelt sich praktisch um ein Bonusprogramm.

Sind Airdrops seriös?

Die Airdrops, die ein Nutzer auf eine Wallet bekommt, auf welcher er eine entsprechende Kryptowährung (Crypto currency) wie z.B. Ether hält, sind unbedenklich. Jedoch ist Vorsicht geboten, wenn der Nutzer an einem Airdrop teilnehmen möchte und dazu zu viele persönliche Angaben machen oder sogar den Private Key teilen soll. 

Unterliegen Airdrops der Besteuerung in Luxemburg?

Im Rahmen eines Airdrops erhält der Nutzer Kryptowährungen (Crypto currency), ohne diese angeschafft oder eine sonstige Leistung hierfür erbracht zu haben. Die Kryptowährungen (Crypto curreny)werden nicht aus dem Rechtskreis eines Dritten auf den Nutzer übertragen. Vielmehr beginnen sie ihre „Existenz“ überhaupt erst in dessen Vermögen. Die Kryptowährung (Crypto curreny)entsteht direkt in den Wallets der Nutzer, wobei die Wallets bestimmte Kriterien erfüllen müssen. Airdrops ähneln insofern einem Lottogewinn oder einem Zufallsfund (sog. Windfall Profits).

Steuerlich gibt es verschiedene Meinungen zur Besteuerung von Airdrops. Eine oft vertretene steuerliche Meinung ist, dass mangels eines steuerlichen Anschaffungsvorgangs zu keinem steuerbaren Veräußerungsvorgang nach Artikel 99 Luxemburgisches Einkommensteuergesetz (LEStG) kommen kann. Somit wäre eine Besteuerung von Airdrops in Luxemburg nicht anzuwenden mangels Leistungserbringung seitens des Nutzers. Damit wäre der Verkauf von Airdrops steuerfrei.

Eine andere steuerliche Betrachtung ist die sogenannte profiskalische Methode. Hiernach müssten steuerlich die erhaltenen Kryptowährungen (Crypto curreny) von einem Airdrop als Anschaffung zu betrachten sein. Aber der Wert der erhaltenen Kryptowährungen (Crypto curreny) werden mit EUR 0,00 angesetzt, somit ist zwar eine steuerbarer Anschaffung gegeben aber es wird ein steuerpflichtiger Ertrag generiert. Jedoch sollte beachten werden, dass bei einer späteren Veräußerung dieser erhaltenen Kryptowährungen (Crypto curreny) innerhalb der Spekulationsfrist Steuern ausgelöst werden können. Dies müsste im Einzelfall von einem Steuerberater genauer analysiert werden.

Welche steuerliche Meinung Sie auch immer vertreten, wir von jinfa.tax empfehlen immer unseren Mandanten Sachverhalte wie Airdrop transparent und vollumfänglich bei der Steuererklärung offen zu legen, damit das Finanzamt in Luxemburg keine Steuerhinterziehung annehmen kann. Wir betreuen und unterstützen Sie bei Ihrer Steuererklärung und bei der transparenten Darstellung Ihrer Airdrop um unnötige Streitfälle mit dem Finanzamt in Luxemburg im Vorfeld zu vermeiden.

Unsere Beratungsleistungen in Luxemburg bei Airdrop

Wir unterstützen Sie bei 

  • der Analyse, ob Ihre Airdrop als steuerfreier Zufluss oder als Schenkung zu bewerten sind,
  • der Vertretung der steuerrechtlichen Würdigung gegenüber dem Finanzamt im Streitfall sowie
  • der Erstellung Ihrer Steuererklärung in Luxemburg für Ihre Kryptowährungen (Crypto currency)


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